BauernweisheitenJeder kennt doch mindestens einer dieser Sprüche, die oft als Bauernweisheiten oder auch Bauernregeln bezeichnet werden.

Die „Weisheiten“ sind in der Regel in Reim-Form verfasst und beziehen sich in den meisten Fällen auf das Wetter.

Woher die Sprüche stammen, welche Quelle ihnen zugrunde liegt und wer der Verfasser der Bauernweisheiten ist, ist meist nicht bekannt.

Aus Beobachtungen werden Weisheiten

Als Grundlage der meisten Bauernweisheiten dienen die Beobachtungen von Wetterphänomenen, Ernteerträgen und anderen alltäglichen Situationen, die im Leben der ländlichen Bevölkerung eine Rolle spielten oder immer noch spielen.

Wurde eine Beobachtung mehrmals gemacht, wurde schnell von einer Regelmäßigkeit ausgegangen. Diese wurde anschließend in einen kurzen Vers verpackt und fertig war die einprägsame Bauernregel.

Dass diese keinesfalls als naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeit zu verstehen ist, sollte jedem klar sein. Auch die Bezeichnungen „Regel“ oder „Weisheiten“ sollten eher mit einem Augenzwinkern betrachtet werden.

Die lange Geschichte der Bauernregeln

Bauernweisheiten als Wetterregeln haben eine extrem lange Geschichte. Schon in der Bibel finden sich verschiedene Textstellen, die an Bauernregeln erinnern, sich jedoch nicht auf unsere Gefilde, sondern das alte Palästina beziehen. Auch im Altertum entstanden zahlreiche Regeln.

Bauernweisheiten – genauer als so mancher annimmt

Im 20. Jahrhundert begannen Menschen, die Genauigkeit der Wetterregeln statistisch zu überprüfen.

Dabei kamen sie zu dem überraschenden Ergebnis, dass viele Bauernweisheiten viel genauer als bisher angenommen waren.

Wichtig: Bei dieser Überprüfung musste die Umstellung vom julianischen auf den gregorianischen Kalender berücksichtigt werden. Die Verschiebung des Kalendariums brachte nämlich zahlreiche Bauernweisheiten aus dem Rhythmus und sorgte dafür, dass sie in den Augen vieler als unverlässlich galten.

Regionale Bezüge

Wer sich mit Bauernweisheiten auseinandersetzt und diese auf ihre Genauigkeit überprüfen will, vergisst häufig, dass regionale Bezüge hierbei eine entscheidende Rolle spielen.

Die Vielzahl der Wetterregeln zeigt beispielsweise, dass es zahlreiche Weisheiten gibt, die sich zwar auf den gleichen Los- oder Feiertag beziehen, aber völlig widersprüchliche Vorschauen liefern.

Hier wird besonders deutlich, wie wichtig der Ort der Wetterbeobachtung für die Formulierung der Bauernregel ist. Überregional gültige Bauernregeln sind äußerst selten.

Beispiele bekannter Bauernweisheiten

  • Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee.“
  • „Ist Dreikönig hell und klar, gibt’s guten Wein im neuen Jahr.“
  • „April macht was er will.“
  • „Bringt der Juli heiße Glut, gerät auch der September gut.“

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