Sprichwörter Egal, welche Sprache man sich anschaut: Sprichwörter spielen in jeder eine wichtige Rolle. Sie sind identitätsstiftend und weisen einen großen Wiedererkennungswert auf.

Hinzukommt, dass Sprichwörter als wirkungsvolle Ergänzung zum individuellen Sprachgebrauch verstanden werden. Wenn man so will, dann sind die Sprüche ein gemeinschaftliches Gut, das von jedem, der eine Sprache beherrscht, gleichermaßen eingesetzt werden kann.

Doch was genau versteht man eigentlich unter einem Sprichwort?

Keine einheitliche Definition für Sprichwörter

Wie so oft, wenn es um etwas geht, das nur schwer zu greifen oder zu erklären ist, gibt es auch im Falle der Sprichwörter keine eindeutige Definition. Es handelt sich hierbei in aller Regel um verhältnismäßig kurze Sätze oder Satzfragmente, die auf einer speziellen Erfahrung beruhen.

Demzufolge können Sprichwörter meist als eine Art extrem verkürzter Erfahrungsbericht bezeichnet werden.

Gute Beispiele hierfür sind

  • „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.“
  • „Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.“
  • „Kommt Zeit, kommt Rat.“

Neben der Erfahrungs-Komponente kommt es auch darauf an, dass ein Sprichwort allgemein bekannt ist und als solches auch anerkannt wird. Hier spielt das kollektive Sprachverständnis innerhalb einer Gemeinde eine wichtige Rolle.

Angenommen, es soll ein neuer Spruch etabliert werden, dann ist es unverzichtbar, dass dieser auch von der Sprachgemeinschaft akzeptiert wird.

Eine prägnante Aussage, der eine Erfahrung zugrunde liegt, macht noch kein Sprichwort aus.

Demzufolge zeichnen sich Sprichwörter durch die folgenden Aspekte aus:

  • kurze, einprägsame Form und Formulierung
  • Beinhaltung eines Erfahrungswertes
  • allgemeine Bekanntheit und Anerkennung

Quellenangaben und Ursprünge sind hingegen nicht notwendig, um eine Aussage zu einem Sprichwort werden zu lassen. Ganz im Gegenteil: Nur in seltenen Fällen kann eindeutig gesagt werden, woher ein Sprichwort stammt.

Aufgrund der fehlenden festen Definition der Sprichwörter kommt es darüber hinaus immer wieder vor, dass sie mit anderen sprachlichen Einheiten wie dem Zitat oder dem geflügelten Wort (zum Beispiel: „Ich glaub‘, mein Schwein pfeift!“) verwechselt werden. Die Grenzen können hier auf jeden Fall als fließend bezeichnet werden.

Die Nutzung von Sprichwörtern

Wirklich bemerkenswert ist, dass Sprichwörter in allen Lebensbereichen eingesetzt werden. Die Phrasen dienen nicht nur als Lebensweisheiten oder Grußbotschaften, sondern sind auch fester Bestandteil des alltäglichen Sprachgebrauchs und der Kommunikation. Egal, ob in der Literatur, der Politik oder dem Haushalt: Sprichwörter kommen einfach überall zum Einsatz.

Das Geheimnis ihres Erfolgs: Es gibt für nahezu jede Situation das passende Sprichwort. Diese Vielfalt in Kombination mit der Einprägsamkeit sorgt dafür, dass Sprichwörter gern als Alternative eingesetzt werden, wenn man selbst keine eigenen passenden Wörter findet.

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