Kategorie-Archiv: Weihnachtssketche

Sketche

Geschenke-Chaos

Schauspieler Requisiten Spieldauer Bewertung

Tina Winter (Ehefrau):
freundlich, aber leicht zickig

Klaus Winter (Ehemann):
lustig, leicht aufbrausend

Beate (alleinstehende Nachbarin):
anfangs hilfsbereit, später egoistisch

  • Duftkerze
  • drei eingepackte Geschenke:
    • eine Kette
    • eine Weihnachtstasse
    • eine Bauchtasche
ca. 10 Minuten

Darum geht es in diesem Sketch

Weihnachten steht kurz vor der Tür. Und im Hause Winter dreht sich alles um die Geschenke. Tina will ihrem Mann Klaus eine Freude mit einer London-Reise machen, doch es kommt alles ganz anders.

Der Sketch: Geschenke-Chaos

Weihnachtsgeschenke

Tina Winter sitzt im Esszimmer. Ihr Mann Klaus ist noch unterwegs. Gegen Mittag kommt Tinas und Klaus‘ Nachbarin Beate zu Besuch:

Tina: Hallo Nachbarin. Was für eine schöne Überraschung. Komm rein und setz dich.

Beate: Vielen Dank, Tina.

Tina: Weißt du Beate, ich habe mir dieses Jahr ein ganz besonderes Geschenk für meinen Mann Klaus einfallen lassen. Die letzten Jahre habe ich ihm ja immer nur solche kleinen praktischen Bauchtaschen geschenkt. Weißt du, er ist doch so schusselig und verliert immer alles. Darum dachte ich, hilft es ihm, wenn er wichtige Dinge in die Tasche packen kann und sie so immer bei sich hat. Aber die Tasche hat er dann auch verloren. Naja, jedenfalls möchte ich ihm dieses Jahr einen Wochenendausflug nach London schenken. Er arbeitet momentan so viel und das hat er sich schon immer gewünscht.

Beate: Wow, das ist aber eine schöne Idee. Da wird er sich sicher freuen.

Tina: Ja, das glaube ich auch. Wir veranstalten übrigens am Wochenende eine kleine Weihnachtsfeier. Ich würde mich freuen, wenn du auch vorbei schaust. Ich werde mal eben Wäsche waschen gehen.

Beate: Oh vielen Dank. In Ordnung.

Tina verlässt den Raum und kurze Zeit später kommt Klaus herein:

Klaus: Ach hallo Beate. Schön dich zu sehen. (Im Flüsterton) Schau mal was ich Tina zu Weihnachten besorgt habe. Eine Duftkerze. Und schau mal hier (deutet auf die Kerze) da ist sogar ihr Name eingraviert (freut sich).

Beate: Ohhh… jaa… ähm… die ist wirklich schön. Aber meinst du nicht du solltest ihr vielleicht etwas… naja…. etwas Schöneres schenken?

Klaus: Ach warum denn? Das ist doch ein super Geschenk. Außerdem wird sie mir sicher wieder so einen ollen Brustbeutel schenken. Den letzten hab ich absichtlich im Zug liegen lassen. Sauhässlich diese Dinger. Außerdem bin ich doch noch keine 60!

Beate: Glaub mir einfach Klaus. Überdenk dein Geschenk noch einmal.

Klaus: Wieso? Weißt du etwa. was sie mir schenkt? Raus damit!

Beate: Nein, nein… Ich sage kein Wort. Ich sage nur, dass du dich sehr darüber freuen wirst und es etwas ist, dass du dir schon immer gewünscht hast. (zwinkert)

Klaus: Etwa einen Trip nach Paris?

Beate schiebt die Augenbrauen zusammen und schaut sehr skeptisch und verwirrt.

Klaus: Nach Rom? Ah, ich weiß…. Nach Madrid! Nein? Nach London!?

Beate lächelt und nickt leicht mit dem Kopf

Klaus: Ich wusste es! Was habe ich doch für eine wunderbare Frau… (kurze Pause) Verflucht! Jetzt muss ich ihr aber wirklich etwas Besseres schenken! Ich weiß! Vor kurzem hat sie so etwas erwähnt… Sie hat in der Stadt irgendwelche Lederstiefel gesehen. Könntest du sie nicht einmal danach fragen? Ich weiß nicht mehr, welche Schuhe das genau waren.

Tina kommt wieder herein und Klaus verlässt schnell den Raum:

Tina: So, da bin ich wieder.

Beate: Ähm Tina, ich hätte da mal eine Frage. Eine gute Freundin von mir wünscht sich zu Weihnachten ein Paar neue Schuhe. Du weißt nicht zufällig, wo es schöne Stiefel oder ähnliches zu kaufen gibt?

Tina: Ähm naja.. In der Stadt gibt es so einen Laden. Direkt neben dem Café, wo wir mal waren. Da habe ich vor kurzem sehr schöne Stiefel gesehen.

Beate: Ah okay. Was denn genau für welche? Und was würde dir denn so gefallen?

Tina: Hmm.. also mir gefallen besonders braune Wildlederstiefel, aber vielleicht solltest du deine Freundin dann doch noch einmal selbst fragen.

Beate: Ach schon in Ordnung. Ich glaube ihr habt einen sehr ähnlichen Geschmack, was das angeht. Naja, ich muss dann auch mal wieder los. Aber vielen Dank nochmal für die Einladung. Wir sehen uns ja dann am Wochenende. Tschüüüssssii..

Beate geht nach Hause und Tina bleibt allein zurück.

Tina: (redet zu sich selbst): So ein Mist. Will Beate mir etwa diese teuren Wildlederstiefel schenken!? Sie war bestimmt so gerührt, weil ich sie zu unserer Feier eingeladen habe. Und ich habe ihr nur eine CD gekauft… Jetzt muss ich ihr auch etwas Besonderes schenken. Aber was nur… Die Reise nach London ist schon so teuer. Ich kann mir keine zwei teuren Geschenke leisten. Dann bekommt Klaus die Reise eben nächstes Jahr. Dieses Weihnachten wird er sich mit einer neuen Bauchtasche begnügen müssen. Die Letzte hat er ja schließlich eh verloren. Sowas kann man doch immer gut gebrauchen.

Der Weihnachtsabend ist da und die Bescherung beginnt:

Tina: Hier bitte Beate. Das ist für dich.

Tina überreicht Beate ein kleines Päckchen. Sie öffnet es.

Beate: (überglücklich und euphorisch) Oh mein Gott! Eine goldene Halskette! Oh mein Gott. Die ist wunderschön. Vielen, vielen Dank. Jetzt ist mir mein Geschenk regelrecht peinlich.

Tina: Ach, ich bitte dich. Ich bin mir sicher, dass es mir gefallen wird.

Beate überreicht Tina ebenfalls eine eher kleine Schachtel. Tina wundert sich etwas über die Größe.

Tina: Ähm.. das ist es, ja?

Beate: Ja. Los, aufmachen.

Tina: Okay.

Tina öffnet das Geschenk und holt eine Weihnachtstasse heraus.

Tina: Oh ähm… vielen Dank Beate. Die ist wirklich…. Ähm… sehr schön.

Beate: (glücklich) Es freut mich, wenn sie dir gefällt.

Klaus: So, dann kommt jetzt wohl mein Weihnachtsgeschenk.

Tina und Klaus überreichen sich gegenseitig ihre Weihnachtsgeschenke und öffnen sie. Tina bekommt von Klaus die Wildlederstiefel und Klaus bekommt die Bauchtasche.

Tina: (verblüfft) Was? DU schenkst mir die Wildlederstiefel?

Klaus: (verärgert) Was ist das denn? Schon wieder so eine olle Bauchtasche??? Wo ist meine Reise nach London?

Tina: (aufgebracht) Ich wusste nicht, dass du mir die Wildlederstiefel schenkst.

Klaus: Die kannst du mir mal schön wieder zurückgeben. Die bekommst du erst wenn ich meine Flugtickets in der Hand halte!

Tina: Ich glaube, du spinnst. Freu dich doch über die Bauchtasche. Die vom letzten Jahr hast du schließlich schon wieder verloren.

Klaus: Arrgghhh… Ich lasse die hässlichen Dinger absichtlich im Zug liegen. Kein Mensch will mit sowas rumlaufen…!

Während Tina und Klaus sich weiter streiten, schnappt sich Beate breit lächelnd ihre Kette und schleicht sich aus dem Haus.

Im Abspann wird das Lied “We wish you a merry Christmas” abgespielt.

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Geschenke-Chaos 4.25/5 (85.00%) 28 Bewertungen

Es weihnachtet schwer

Schauspieler Requisiten Spieldauer Bewertung
  • Der Weihnachtsmann:
    faul, lustlos, raucht Zigarre, konservativ, grimmig
  • Das Christkind:
    modern, übereifrig, besserwisserisch, leicht arrogant
  • Der Elf (Pimpel):
    bemüht, lieb, arglos, überfordert, kurz vor Burn-Out
  • Anderer Elf (Minirolle)
  • Onlineversand-Händler (Minirolle) und Helfer
  • ggf. Kostüme
  • Headset
  • Zigarre
  • Glühwein
  • Gläser
  • Notizblock
  • Stift
  • Stuhl
  • Stöckelschuh
ca. 10 Minuten

Darum geht es in diesem Sketch

In der Weihnachtswerkstatt:

Der Weihnachtsmann sitzt faul und lustlos in seinem gemütlichen Sessel, raucht eine Zigarre, trinkt Glühwein und schert sich um nichts. Sein Helfer, der Elf, ist schwer beschäftigt mit Weihnachtsvorbereitungen, flitzt durch die gesamte Werkstatt und gerät mehr und mehr aus der Puste. Da taucht das Christkind auf und es entsteht eine hitzige Diskussion:

Der Sketch: Es weihnachtet schwer

Weihnachtsmann rennt

Christkind (C): (empört) Was geht denn hier vor? Weihnachtsmann, es sind nur noch fünf Wochen bis Heiligabend und ihr liegt deutlich im Rückstand mit den Geschenken. Es liegt noch eine Menge Arbeit vor euch und du sitzt nur faul rum!? Das kann ich nun wirklich nicht hinnehmen. Und wo treiben sich eigentlich deine ganzen fleißigen Elfenhelfer rum?

Weihnachtsmann (W): (knurrend) Die sind krank. Rentiergrippe.

Christkind: Ja und was beabsichtigst du jetzt zu tun? Wir haben einen strikten Zeitplan, der eingehalten werden muss.

Weihnachtsmann: Was soll ich da schon groß machen? Pimpel bekommt das schon hin. Der ist ‘nen fleißiges Kerlchen.

C: Das sehe ich. Ganz im Gegensatz zu dir. So wird das doch alles nichts. Hier muss sich einiges ändern. Vielleicht sollte ich die Sache lieber persönlich in die Hand nehmen und hier für Ordnung sorgen. Sonst wird das nichts mit dem Weihnachtsfest dieses Jahr. (Holt Notizblock und Stift heraus, läuft hin und her und gestikuliert wild mit dem Stift in der Hand). Also wir brauchen zuallererst einmal neue Arbeitskräfte. Dann benötigen wir mehr Maschinen, wir müssen die Produktion der Geschenke verdoppeln. Ach was nein, was sag ich? Verdreifachen! Also dazu müssen wir alles auf den neuesten Stand der Technik bringen und…

W: (richtet sich etwas in seinem Stuhl auf und wird energischer) Stopp, stopp, stopp. Hier wird gar nichts verändert. Die Maschinen funktionieren einwandfrei. Wie immer. Alles läuft gut also entspann dich mal ein wenig Schätzchen. Setz dich und genehmige dir einen Schluck Glühwein.

Man hört lautes Gerumpel und Gepolter. Das Laufband der Maschine stoppt abrupt und es steigt Dampf aus der Maschine.

C: Ahja, das sieht man ja wie gut hier alles funktioniert. (schüttelt den Kopf und rollt mit den Augen)

W: (stöhnt grimmig) Bevor du hier ankamst, lief auch alles glatt.

Elf (Pimpel): (in Panik) Lieber Weihnachtsmann, was machen wir denn jetzt? Das war unsere wichtigste Maschine.

Ein weiterer Elf mit Schniefnase kommt angelaufen.

Anderer Elf: (aus der Puste) Weihnachtsmann, Weihnachtsmann.. Die Rentiere.. sie sind völlig außer sich. Sie brüllen rum, haben Schaum vor’m Mund und treten wild um sich. Irgendetwas stimmt mit ihnen nicht. Und in seiner Wut hat Dancer den Schlitten kaputt getreten.

W: (blickt böse zum Christkind) Seit du hier bist, läuft alles aus dem Ruder.

C: Wie bitte? Willst du damit etwa sagen, das sei meine Schuld? Du bist einfach zu alt und bekommst das Geschäft nicht mehr alleine geregelt. Hier fehlt eindeutig eine führende, junge Hand. Gib es doch einfach zu.

W: (wird rot vor Wut) Was erlaubst du dir?

Elf (Pimpel): (Geht dazwischen) Bitte streitet euch doch nicht. Wir müssen uns auf das Wesentliche konzentrieren, unsere Kräfte vereinen und…

W & C: (gleichzeitig zu Pimpel) Ruhe!

Pimpel greift sich die Glühweinflasche, geht geknickt in die Ecke, setzt sich auf einen Holzstuhl, schüttet sich Glühwein in ein Glas und trinkt es in einem Zug leer.

Das geht während des weiteren Sketches so weiter…

C: Das kann jawohl nicht wahr sein. Was sind das hier für Zustände? Wenn das so weiter geht, wird kein Kind am Weihnachtsabend ein Geschenk bekommen.

W: Du bist nur am meckern. Mecker, mecker, mecker… Anstatt etwas Konstruktives zur Verbesserung beizutragen, machst du alles nur noch schlimmer. Dann bekommen die Kinder in diesem Jahr eben nur Ruten. Bei der Jugend von heute werde ich schon bei jedem Kind etwas finden, was es dies Jahr ausgefressen hat.

Das Christkind und der Weihnachtsmann reden wild gestikulierend durcheinander und streiten weiter.

Pimpel taumelt zwischenzeitlich angesäuselt durch die Gegend, gluckst und singt/summt fröhlich Weihnachtslieder.

Es klingelt an der Tür. Alle sind still und schauen zur Tür. Der Weihnachtsmann öffnet.

An der Tür steht ein Onlineversand-Händler mit einer Box in der Hand.

Der Weihnachtsmann und das Christkind schauen sich nur verblüfft an, während Pimpel einen Schrei ausstößt.

Pimpel: (mit großen Augen und Hand vor’m Mund) Ahhhhh.

Onlineversand-Händler tritt ein. Ihm folgen einige Helfer.

Onlineversand-Händler: Guten Tag die Herren. Meine Dame (zum Christkind nickend). Mir ist zu Ohren gekommen, dass die Weihnachtsvorbereitungen sich in diesem Jahr etwas schleppend gestalten. Aus diesem Grund habe ich umgehend ein Team zusammengestellt, welches sich ab sofort der Angelegenheit annehmen wird.

Ein Helfer geht zu der kaputten Maschine und zieht einen Stöckelschuh heraus und hält ihn hoch.

Helfer: Boss, sehen Sie mal. Dieser Schuh steckte in der Maschine. Jetzt sollte sie wieder funktionieren.

Onlineversand-Händler: Hervorragend. (An den Weihnachtsmann und das Christkind gerichtet) Sie können sich getrost zurückziehen. Wir nehmen die Sache nun in die Hand.

Christkind und Weihnachtsmann sind immer noch völlig überrumpelt und verdattert.

Onlineversand-Händler: (zum Publikum) Sie brauchen sich keine Sorgen machen. Denn Zalando liefert ab sofort auch am Weihnachtsabend frei Haus und bringt Ihnen Ihre Weihnachtsgeschenke.

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Es weihnachtet schwer 3.78/5 (75.56%) 18 Bewertungen

Das (un)besinnliche Weihnachtsessen

Schauspieler Requisiten Spieldauer Bewertung

eine Familie:

  • Opa Herbert: schrullig, mürrisch, schwerhörig, altmodisch, Schlabberklamotten (Strickjacke/Hut)
  • Oma Inge: typische Omi, liebevoll, aber auch herrschsüchtig und dominant
  • zickiger Teenager namens Nemo (genervter Emo)
  • ein Tisch mit drei Stühlen und drei Gedecken
  • ein Weihnachtsbraten (sowie evtl. weitere Essensrequisiten wie Getränke, Beilagen etc.)
  • mehrere Geschenkpäckchen (auf jeden Fall eins für den Opa mit einem Hörgerät und eins für den Enkelsohn mit einem selbst gestrickten Pullover und warmen Wollsocken)
  • ein Radio, aus dem Weihnachtsmusik dudelt
  • ein Fernseher (bzw. ein viereckiger Kasten, der einen Fernseher darstellen soll)
Ca. 5 - 10 Minuten

Darum geht es in diesem Sketch

Opa, Oma und ihr Enkelsohn sitzen gemeinsam beim Weihnachtsessen. Die Oma versucht alles, um eine besinnliche Stimmung aufkommen zu lassen, während der Enkelsohn und der Opa es aus unterschiedlichen Gründen sabotieren. Bei der anschließenden Bescherung und der darauffolgenden Abendgestaltung seitens der Oma eskaliert die Situation schließlich.

Der Sketch: Das (un)besinnliche Weihnachtsessen

Obst, Messer

Szene: Oma, Opa und Nemo sitzen am Tisch beim Weihnachtsessen

Oma: Ach, ist das schön, mit euch den Weihnachtsbraten zu genießen. Besonders schön ist es, dass dieses Jahr auch unser lieber Enkelsohn Nemo mit dabei ist! (schaut ihren Enkelsohn liebevoll an)

Nemo: Ja, ganz toll… (leise zur Seite: Kotz).

Opa: Wer ist voll?

Oma: NIEMAND, Herbert!
Mein lieber Nemo, darf ich dir noch ein Stück vom meinem leckeren gefüllten Braten anbieten?

Nemo: Nein danke, ich bin auf Diät, das habe ich dir doch schon gesagt….(seufzt bzw. stöhnt genervt auf)

Opa: Was bist du???

Oma: Der Junge sagt, er ist auf Diät, Herbert!

Nemo: Und außerdem bin ich Veganer, das habe ich dir doch schon tausendmal erklärt…

Opa: Vegetarier?

Nemo (genervt): Nein, Veganer, das ist was anderes.

Opa: Was soll das denn sein???

Nemo: Das bedeutet, dass ich weder Fleisch noch irgendwelche anderen tierischen Produkte esse.

Oma: Immer diese neumodischen Fisimatenten….Da macht man sich die Mühe und steht stundenlang in der Küche, um einen leckeren Weihnachtsbraten für die Familie vorzubereiten und dann sowas…. (schüttelt den Kopf)

(kurze Gesprächspause, in der Weihnachtsmusik aus einem Radio erklingt)

Nemo: Was ist das überhaupt für eine beknackte Mukke, die hier die ganze Zeit dudelt??

Opa: Was für eine Musik denn? Also, ich höre nix….

Oma: Das kommt, weil du dein Hörgerät mal wieder verlegt hast, Herbert…
(zu Nemo): Und das ist keine schreckliche Musik, das ist die Weihnachts-CD von Helene Fischer. Und überhaupt, wie drückst du dich eigentlich wieder aus? Das haben dir deine Eltern so bestimmt nicht beigebracht!
Und hier hast du noch ein Stück Braten, das wird jetzt gegessen und basta! Ich stand doch nicht umsonst den halben Tag in der Küche!

(Oma legt dem Enkelsohn, der mürrisch guckt, ein Stück Braten auf den Teller)

Nemo (mürrisch): Das ist doch eh alles sinnlos mit diesem Weihnachtsgetue…

Opa: Wer liegt in der Truhe?

Oma: Niemand, Herbert… Und Nemo, das ist überhaupt nicht sinnlos! Weihnachten ist ein sehr schönes Fest, an dem wir die Geburt Jesu Christi ehren.

Nemo: Ja, ja…(Leise): Hauptsache ich muss nicht in die Kirche….Das wäre es ja noch…

(Ein paar Minuten essen alle schweigend, Nemo schiebt seinen Braten nur mürrisch auf seinem Teller hin und her)

Oma: So, wenn alle aufgegessen haben, könnten wir dann ja auch mal zur Bescherung übergehen…?

Nemo (ironisch): Oh ja, da freue ich mich ja schon den ganzen Abend drauf…

Opa: Wer hat Feierabend?

Oma: Ach Herbert, was redest du denn wieder für einen Stuss!
Wir machen jetzt die GESCHENKE auf!

Opa (voller Vorfreude, wie ein kleines Kind): Oh ja, ich zuerst!

(Er nimmt ein Geschenk, das mit seinem Namen beschriftet ist und beginnt das Geschenkpapier einfach möglichst schnell aufzureißen)

Opa (hält eine kleine Schachtel hoch): Was soll das denn darstellen???

Oma: Das, lieber Herbert, ist ein neues Hörgerät!

Opa: Wer ist zu spät?

Oma: Da siehst du es! Damit so etwas in Zukunft nicht mehr passiert, dachte ich, ich schenke dir mal etwas Praktisches und zwar ein neues HÖRGERÄT!!!

Opa: Achso…(wenig begeistert): Vielen Dank, meine liebe Inge…

(Opa lässt das Hörgerät ganz schnell verschwinden)

Oma (die sich davon nicht abschrecken lässt, voller Begeisterung): Nichts zu danken, Herbert!
Und nun zu dir, Nemo. Hier ist dein Geschenk.

(Nemo nimmt es zögerlich und wenig begeistert an)

Oma: Nur zu, pack es schon aus.

Opa (leise, verschwörerisch zu Nemo): Schlimmer als meins kann es ja nicht mehr sein…

(Nemo packt das Geschenk langsam und sorgfältig aus, damit das Geschenkpapier bloß nicht unnötig kaputt geht. Zum Vorschein kommt ein kunterbunter Strickpullover samt den dazu passenden dicken Stricksocken)

Nemo (entsetzt): Iieh, was soll das denn sein?

Oma: Das, mein lieber Nemo, ist ein schöner warmer Pullover und dazu passende Socken, damit du im Winter nicht frierst. (stolz) Die Sachen habe ich sogar selbst gestrickt!
Außerdem dachte ich mir, dass etwas Farbenfrohes zur Abwechslung doch mal nett wäre, damit du nicht immer nur in diesem schrecklichen, tristen Schwarz herumläufst….

Nemo: Äh ja…(ringt sichtlich um Worte): Das ist ja nett…(lustlos) Vielen lieben Dank, Oma Inge!

(Nemo lässt den Pullover und die Socken – genau wie zuvor schon der Opa- schnell wieder im Geschenkpapier verschwinden)

Oma: So und jetzt können wir ja dann endlich zum gemütlichen Teil des Abends übergehen. Darauf habe ich mich schon den ganzen Abend, ach quatsch, was sage ich da, das ganze Jahr drauf gefreut!

Nemo (misstrauisch): Was soll das sein?

Oma: Natürlich der Weihnachtsmusikantenstadl im ZDF mit Karl Moik!

(Oma schaltet den Fernseher ein und laute Volksmusik ertönt)

Opa (der trotz seiner Schwerhörigkeit dieses Mal ausnahmsweise auch etwas hört) und Nemo gleichzeitig: NEIN!!!

(Sie rennen beide schreiend weg und lassen Oma fassungslos zurück)

Oma: Was haben Sie denn bloß???

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Bewerte hier

Das (un)besinnliche Weihnachtsessen 4.12/5 (82.33%) 43 Bewertungen