Hochzeitslieder

Mit zu den schönsten Traditionen bei Trauungen gehören speziell für diesen Tag verfasste Hochzeitslieder. Wer sich gerade das Jawort gegeben hat, aus dem Kirchenportal tritt oder die Rathaustreppe herabschreitet und dort von einem vielstimmigen Chor empfangen wird, wird dieses Erlebnis als eine der schönsten Erinnerungen an die Trauung im Gedächtnis behalten. Entsprechend viel Mühe sollte sich beim Abfassen der Hochzeitslieder gegeben werden.

Auf die Singbarkeit kommt es an

Viele Menschen, die Hochzeitslieder verfassen, wagen sich zum ersten Mal überhaupt an einen Liedtext. Entsprechend hoch ist oftmals die Fehlerquote auch bei einfachen handwerklichen Fragen. Dies betrifft vor allem die Sauberkeit beim Einhalten des Versmaßes.

In der Regel wird der neue Text auf eine bekannte Melodie gelegt, damit das Einüben für die Hochzeitsgäste vereinfacht wird.

Hilfreich ist es daher für den Verfasser, den Originaltext bei Alltagstätigkeiten wie Staubsaugen oder Rasenmähen vor sich hin zu singen, damit die Melodie und die Schwerpunkte der Takte in Fleisch und Blut übergehen.

Dann fällt es in der Regel wesentlich leichter, die eigenen Gedanken textlich an die bereits vorhandene Melodie anzupassen.

Auch wenn es sich um einen festlichen Anlass handelt, sollte der Text nicht abgehoben klingen.

Denn die meisten Menschen freuen sich über ganz normale nette Dinge, die über sie gesagt und gesungen werden.

Viele Vokale verwenden

Eine Tücke der deutschen Sprache im Hinblick auf ihre Singbarkeit ist das Missverhältnis von Konsonanten zu Vokalen.

Konsonanten gibt es im Deutschen zahlreich - sie sind aber nicht singbar.

Deshalb sollten gerade auf den Schwerpunkten der Takte der Hochzeitslieder Wörter liegen, die langgezogene "A" und "O" Laute enthalten. Andere Vokale funktionieren selbstverständlich auch, sind aber schwerer sauber zu singen.

Überhaupt sollten für Hochzeitslieder möglichst Melodien gewählt werden, die ein leichtes Abweichen vom Takt bei einzelnen Mitsängerinnen und Mitsängern gnädig verzeihen. Langsame Stücke sind daher schnellen Rhythmen im Zweifel vorzuziehen.

Außerdem kann es nicht schaden, sich zuvor hinsichtlich des musikalischen Geschmacks der beiden Eheleute kundig zu machen. Ein Klassiker von Udo Jürgens oder gar Heino ist nicht jedermanns Sache.

Das Gute daran ist, dass es all diese Mühen in jedem Fall wert ist. Denn gut gemachte Hochzeitslieder zählen regelmäßig zu den absoluten Highlights einer Feier.