Karnevalslieder

Jedes Jahr kommt mindestens eins dazu. Ein neues Karnevalslied. Es muss beklatschbar sein, mitsingbar und im besten Falle auch zum Schunkeln geeignet sein.

Davon werden dann einige in das ewige Karneval-Liedergut aufgenommen. Wie 1981 die "Polonäse Blankenese" von Werner Böhm, die er in der Rolle der Kunstfigur "Gottlieb Wendehals" präsentiert oder "Da steht ein Pferd auf'm Flur" von Klaus & Klaus aus dem Jahr 1983.

Andere hingegen sind im nächsten Jahr sang- und klanglos von der Bühne verschwunden.

Karnevalslieder, ein ganz spezielles Liedgut

Oft kann man nicht genau vorhersagen, ob und welches neue Lied tatsächlich nachhaltig Einzug in den Karneval hält. Manchmal ist es ein besonders origineller Text, ein anderes Mal machen Melodie und Rhythmus einen unwiderstehlichen Ohrwurm daraus.

Der Text muss einprägsam, albern oder einfach nur möglichst paradox sein, wie zum Beispiel "Da steht ein Pferd auf'm Flur".

Faschingslieder aus Tradition

Die traditionellen Faschingslieder sind unverwüstlich und werden jedes Jahr mit der gleichen Begeisterung wieder gesungen.

Die Rede ist von einem treuen Husaren und von der längsten Theke der Welt. Man fragt sich, wer soll das bezahlen und lässt freundlicherweise den Dom in Kölle.

Das älteste, bekannte Karnevalslied? In Italien, Florenz lassen sich Spuren erster Tanzlieder zum Maskenfest aus dem 15. Jahrhundert finden.

In Köln finden sich Aufzeichnungen von Liedern zum Nonnenkarneval von 1500. Als erstes offizielles Karnevalslied Kölns gilt "Prinz Karneval" aus dem Jahre 1823.

Wovon wird gesungen in Karnevalsliedern?

Eindeutig, die Hauptthemen sind das Trinken und irgendwie auch der Sex.

Wie sonst erklärt man sich den Erwin, der Heidi von hinten an die Schulter fasst? Dass jemand von Pizza spitza und mit Döner schöner gemacht, es auf ganze 20 Zentimeter bringen soll?

"Schnaps, das war sein letztes Wort" und "Kornblumenblau", so haben es schon die Alten gesungen.

Die beiden letztgenannten Trinklieder sind tatsächlich schon 55 und 77 Jahre alt.

Köllsche Karnevalslieder

Eine ganz eigene, sehr beliebte Musikrichtung zum Karneval sind die köllschen und rheinischen Lieder.

Die Gruppen Bläck Fööss, de Höhner und Brings haben damit eine ganz eigene Art Faschingslieder kreiert.

Seit den Achtzigern erobern die köllschen Lieder die Hitparaden. Im rheinischen Dialekt werden auch durchaus berührende, vor allem aber lokalpatriotische Texte, nicht nur von der Karnevalsgemeinde begeistert gefeiert.

Heiße Rhythmen aus Brasilien

Eine weitere und so gar nicht deutsche Musik hat den Karneval ebenfalls erobert: die temperamentvollen, heißen Sambarhythmen aus Brasilien.

Hier geht es nicht mehr um lustige Texte und bierseliges Thekenschunkeln, allein der Rhythmus treibt hier die Jecken in Ekstase.