Karnevalsumzug

Der erste Karnevalsumzug hierzulande wurde bereits im 14. Jahrhundert erwähnt, und das närrische Spektakel hat bis heute seine Faszination nicht eingebüßt.

Faschingsumzüge gibt es an vielen Plätzen auf dieser Welt; dabei zeigt jedes Land seine ganz eigenen Besonderheiten.

Der Straßen-Karneval und Karnevalsumzug: Höhepunkt der Fastnacht

Der Fastnachtsumzug in Nürnberg fand laut urkundlicher Unterlagen bereits im Jahr 1397 statt und ist damit der älteste weltweit, der heute noch stattfindet. Karnevalsumzüge sind weit verbreitet, in Deutschland gibt es so genannte Hochburgen, in denen die fünfte Jahreszeit seit Jahrhunderten nach Herzenslust gefeiert wird.

Bunt geschmückte Prunkwagen, fröhliche Kostüme, typische Faschingsmusik von Kapellen, Tanzgruppen und sehr viel gute Laune gehören beispielsweise zum Rheinländer Faschingsumzug dazu. Sehr häufig gibt es ein Motto, nach denen die Festwagen gestaltet sind oder es werden aktuelle politische Themen satirisch ins Bild gesetzt.

Närrisches Treiben weltweit

Karnevalsumzüge stellen nicht nur in deutschen Hochburgen wie Köln, Mainz, Rottweil und so weiter den Höhepunkt des Straßenfaschings dar. Weltweit bekannt sind die närrischen Umzüge zum Beispiel in Rio de Janeiro - ein unglaubliches Spektakel, das viele Touristen aus aller Welt anzieht.

In New Orleans findet jährlich der "fette Dienstag", der Mardi Gras, statt. Und in Nizza fangen die Faschingsumzüge bereits zwei Wochen vor dem Karnevalswochenende an.

Auch im griechischen Patras weiß man den Karneval zu feiern; allerdings richtet sich deren Termin für die Faschingsumzüge nach den Osterfeiertagen. Richtig lange gefeiert wird in Viareggio in Italien: Deren Umzüge werden gleich an mehreren Sonntagen vor und nach der Fastnacht durchgeführt.

Der Faschingsumzug als touristische Attraktion

Der Karneval umfasst im Prinzip alle festlichen Bräuche, mit denen vor Beginn der Fastenzeit ausgiebig und fröhlich gefeiert werden. Die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und dauert sechs Wochen; im Christentum wird sie als Vorbereitung auf das Osterfest gedeutet.

Wer gern einmal hautnah an einem Karnevalsumzug teilnehmen möchte, kann dazu zahlreiche touristische Angebote in Anspruch nehmen; und dazu muss es nicht gleich eine Reise nach Rio sein.

Karnevalsumzüge in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Im Rheinland wird der Karneval sehr ausgelassen gefeiert; ihre Tradition besteht nicht nur in der Unterhaltung, sondern auch in parodistischen Darstellungen der Militärzeit des 18. und 19. Jahrhunderts. Noch heute stellen die Prunkwagen der rheinländischen Karnevalsvereine politische Themen auf satirische Weise dar. Tanzgruppen und Kapellen sorgen dabei für Musik und Unterhaltung.

Wer durch die von den Wagen geworfenen Süßigkeiten verletzt wird, ist übrigens selber schuld: Schadenersatz gibt es nicht!

In Bayern ist der Faschingsumzug als "Gaudiwurm" bekannt, im schweizerischen Basel nennt man ihn "Cortège", im Rheinland "Zoch". Auch der Karnevalsumzug in Braunschweig - den es erst seit 1981 gibt - hat einen besonderen Namen und wird als "Schoduvel" bezeichnet.

Der Imster Schemenhaufen in Österreich findet nur alle vier Jahre statt; die Baseler haben ihre Fasnacht um eine Woche verschoben: Sie findet erst nach dem Aschermittwoch statt.

In den ostdeutschen Bundesländern ist der Cottbuser "Zug der fröhlichen Leute" der größte und bekannteste Faschingsumzug, der sogar live übertragen wird.