Bräuche am Polterabend

Der Polterabend beruht auf einem alten Brauch. Über die Moden wie Hen Parties, Bachelor Parties oder Bridal Showers aus den USA oder Großbritannien wird der Polterabend ein wenig vergessen. Der schöne Brauch, der in Deutschland, Schlesien und Hinterpommern gefeiert wird, ist es aber durchaus wert, ihn zu zelebrieren.

Bräuche rund um den Polterabend

Gefeiert wird laut Brauch zwischen der standesamtlichen und der kirchlichen Hochzeit am Vorabend der kirchlichen Trauung.

Da heute oft nur standesamtlich geheiratet wird und das Paar am Tag der Hochzeit nicht übernächtigt und verkatert sein möchte, wird heute der Polterabend eine oder mehrere Wochen vor die Hochzeit gelegt.

Rund um das Zerschmettern von Geschirr ranken sich noch andere kleine Traditionen und Regeln. So ist es Brauch, nur Geschirr, Keramik und Steingut zu zerstören.

Gläser dürfen nicht geworfen werden, denn diese stehen für Glück und die Zerstörung brächte demzufolge dem Brautpaar Unglück.

Noch schlimmer wäre die Zerstörung eines Spiegels, denn das bringt laut Brauch sieben Jahre Pech.

Gerichte

Traditionelles Gericht am Polterabend ist eine Hühnersuppe, denn Hühner sind ein Symbol für Fruchtbarkeit. In früheren Zeiten war es deshalb Sitte, dem Brautpaar Hühner zu schenken.

Geschenke

Geschenke werden traditionsgemäß nicht gemacht. Einige Gäste, die den Polterabend besuchen, aber nicht zur Hochzeit eingeladen wurden, bringen dann ihr Geschenk zum Polterabend mit.

Einladungen

Einladungen zum Polterabend werden meist informell ausgesprochen, so kann die Anzahl der Gäste oft überraschend sein.

Spaßige Aktionen und Streiche am Polterabend

In manchen Regionen schreibt der Brauch es vor, dass um Mitternacht die Hose des Bräutigams verbrannt und die Schuhe der Braut auf ein Holzbrett genagelt werden.

In einigen Regionen wird der BH der Braut zusammen mit der Hose des Bräutigams verbrannt und die Asche zusammen mit einer Flasche Schnaps vergraben. Nach einem Jahr wird die Flasche wieder ausgegraben und der Schnaps getrunken.

In süddeutschen Gegenden gibt es noch weitere Bräuche rund um den Polterabend. Ein Brauch testet, ob der Bräutigam “Altlasten” hat: Eine junge Frau kommt und wirft dem Bräutigam eine Babyattrappe vor die Füße. Wird er rot, hat er ein schlechtes Gewissen.

In Bayern taucht eine Frau oder ein als Frau verkleideter Mann auf, flirtet mit dem Bräutigam und behauptet, die echte Braut zu sein. Dessen Aufgabe ist es, die Avancen abzulehnen und zu beweisen, dass sie die falsche Braut ist.