Mit einem Ohr dabei – Sketch für Senioren

In dieser Szene geht es um zwei ältere Damen, die gemeinsam in einem Zug reisen. Sketche für Senioren bieten auch älteren Menschen die Möglichkeit, eine lustige Szene aufzuführen. Hierbei sollte man darauf achten, dass nicht zu viel körperliche Aktivität erforderlich ist, damit auch ältere Menschen diese problemlos aufführen können.

Der Witz des Sketches ist, dass die beiden Damen sich in dem Zugabteil über die Vergangenheit bzw. ihre Liebhaber unterhalten, die sie auf ihrem Lebensweg hatten. Ein Mann sitzt zusätzlich in dem Abteil, macht aber den Eindruck, als ob er schlafen würde. In Wirklichkeit ist er aber wach und lauscht dem interessanten Gespräch. Am Schluss kommt es dann zu einer überraschenden Wendung.

Senioren können diesen Sketch sehr gut aufführen, weil er die ganze Zeit im Sitzen spielt.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Was benötigt man?
  2. Sketch: Mit einem Ohr dabei

Was braucht man für den Sketch: Mit einem Ohr dabei

Für diesen Sketch benötigt man zwei Bänke und eine Decke.

Benötigte Schauspieler

  • 1 Mann
  • 2 Frauen

Requisiten

  • 2 Bänke
  • 1 Decke

Spieldauer

Ca. 5 Minuten

Mit einem Ohr dabei – Sketch für Senioren

(Auf der einen Bank sitzen die beiden Damen, auf der anderen der Mann. Er ist mit der Decke zugedeckt, gibt dem Publikum aber immer wieder während des Sketches zu verstehen, dass er wach ist. Dies kann durch ein “Daumen hoch” oder ein “Augenzwinkern” geschehen. Die beiden Damen unterhalten sich angeregt. Dieser Sketch lässt sich ohne großen Aufwand aufführen.)

Frau A: Mensch Helga, wie die Zeit vergeht, findest du nicht auch?

Frau B: Aber ja, Anneliese. Da hast du Recht. Was haben wir nicht alles erlebt?

Frau A: Eine ganze Menge, will ich mal sagen. Wenn ich nur an die Anzahl der Männer denke, dir mir auf meinem Lebensweg begegnet sind.

Frau B: Nicht nur dir, meine Liebste. Nicht nur dir.

Frau A: Da war dieser Texaner. Ständig lief der mit einem Cowboyhut herum. Den ganzen Tag immer nur “Howdy” und “Kann ich ihnen helfen Lady?”. Das war ganz schön nervig mit der Zeit.

Frau B: Ja, an den kann ich mich noch gut erinnern. Auf dem Rücken des Pferdes ein Könner und im Bett hat er nur mit heißer Luft geschossen.

Frau A: Ach stimmt. Ich habe ihn ja an dich weitergereicht. War ja nicht der Einzige, den wir uns geteilt haben.

Frau B: Denk nur mal an den Franzosen. Wie der ständig mit seinem Baguette in der Gegend rumgelaufen ist.

Frau A: Am schlimmsten fand ich die Sprache. (Macht den Franzosen und seinen Akzent nach) Dschuuuur, de la hör, de la kräääääm, mon amuuuuuuuurrrrrr…..

(Beide Frauen lachen lauthals los und amüsieren sich über ihre Erinnerungen. Der Mann lacht leise mit, hält sich dabei aber die Hand vor den Mund)

Frau B: Dafür, dass wir Senioren sind, haben wir aber ungezogene Gedanken. Aus dem, was wir erlebt haben, könnte man glatt einige Sketche machen.

Frau A: Da hast du Recht. Die Sketche kämen auf jeden Fall gut an. Sag mal, bist du dir eigentlich sicher, dass der Typ da uns nicht zuhört?

Frau B: Der? Der schläft schon, seit wir losgefahren sind. Weißt doch, wie die Männer in dem Alter sind. Den ganzen Tag schlafen und dann geht es ab ins Bett.

Frau A: Ja, aber nur zum weiterschlafen. Obwohl er ja ganz gut aussieht.

Frau B: Na Helga, wer wird denn da unanständige Gedanken haben?

Frau A: Ist ja schon gut, ich zügle mich.

Frau B: Denk lieber an den Chinesen. Du weißt schon, der, der mir immer das Toastbrot mit seiner Handkante schneiden wollte. Hinterher lagen unzählige Krümel in der Küche und von dem Toast war nichts mehr übrig.

Frau A: Der war eh viel zu klein. Neben dir sah der immer so aus wie eine Spielzeugfigur.

Frau B: Ja, ich weiß. Er hat sich immer auf einen Hocker gestellt, wenn er mich küssen wollte.

(Beide Frauen lachen wieder laut los.)

Frau A: Aber weißt du, was wir beide noch nicht ausprobiert haben?

Frau B: Nein, was denn?

Frau A: Einen polnischen Liebhaber und einen Indianer.

Frau B: Wie kommst du denn jetzt da drauf?

Frau A: Also in der letzten Frau vorm Spiegel hab ich gelesen, dass die Polen und die Indianer die besten Liebhaber sein sollen.

Frau B: Und woher wollen die das wissen?

Frau A: Die haben eine Umfrage gemacht und das war das Ergebnis. Polen und Indianer sag ich nur.

Frau B: Also das interessiert mich jetzt schon. Schade, dass gerade keiner in der Nähe ist. Ich würde das gerne mal ausprobieren. Auch Senioren haben Bedürfnisse.

Frau A: Ich auch. Ach schau mal… das ist unser Bahnhof. Wir sind da.

Frau B: Na, dann mal los. Nicht, dass er mit uns weiterfährt.

(Der Mann wird “wach” und steht auf. Während er seine Decke zusammenfaltet, spricht er die beiden an.)

Mann A: Guten Tag die Damen. Entschuldigen Sie bitte, dass ich die ganze Fahrt über geschlafen habe. So konnte ich mich noch gar nicht vorstellen. Mein Name ist Winnetou Koslowski.