Deutsche Redewendungen

Wer gern deutsche Redewendungen in seinen alltäglichen Sprachgebrauch einbringt, der gilt nicht nur als kreativ, sondern auch gebildet.

Redewendungen, die fest in der deutschen Sprache verwurzelt sind, können in nahezu jeder Situation eingesetzt werden, um dem Gesagten noch mehr Nachdruck zu verleihen.

Sehr häufig ist allerdings nicht genau geklärt, wo eine deutsche Redewendung ihren Ursprung hat.

Redewendungen – die Frage nach dem Sinn

Nicht nur deutsche Redewendungen, sondern Redewendungen im Allgemeinen zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie nicht immer das sagen, was sie auch tatsächlich meinen. Es handelt sich hierbei vielmehr um feste sprachliche Konstruktionen, die sinnbildhaft für etwas stehen.

Damit eine deutsche Redewendung auch richtig vom Sprecher eingesetzt und vom Hörer auch verstanden wird, ist ein gemeinsames Wissen darüber notwendig. Oder anders formuliert: Die Redewendungen werden nur dann richtig verstanden, wenn jedem der eigentliche Sinn bekannt ist.

Wie weit Gesagtes und Gemeintes im Fall mancher Redewendungen auseinanderklaffen, verdeutlichen die folgenden Beispiele:

Deutsche Redewendungen Bedeutung
Ich mache mich vom Acker. Ich entferne mich. Ich stehle mich davon.
Ich breche alle Brücken hinter mit ab. Ich unterbreche alle Verbindungen dauerhaft und verbaue mir selbst den Rückweg.
Er ist der Hahn im Korb. Er ist der einzige Mann unter vielen Frauen.
Da hast du die Katze im Sack gekauft. Da hast du etwas aber unüberlegt gekauft.

Alltagssituationen und biblische Geschichten

Deutsche Redewendungen berufen sich sehr häufig auf Alltägliches. So spielen beispielsweise Tiere immer wieder eine zentrale Rolle und werden genutzt, um ein sprachliches Bild zu zeichnen.

Ganz ähnlich verhält es sich auch mit Orten des alltäglichen Lebens. Hierzu gehören nicht nur der oben genannte Acker, sondern auch die Kirche, die man im Dorf lassen sollte, wenn es darum geht, sich mit seinen Spekulationen nicht zu überschlagen.

Ein anderes Thema, das in Bezug auf deutsche Redewendungen immer wieder aufgegriffen wird, ist die Bibel mit all ihren Geschichten. Auch hierin fanden kreative Wort-Jongleure zahlreiche Inspirationen, die im Laufe der Zeit zu festen Redewendungen wurden.

Beispiele hierfür sind:

  • “Wie Krethi und Plethi” ( = eine bunt zusammengestellte Gruppe)
  • “Sein Licht unter den Scheffel stellen” ( = sich unter Wert verkaufen)
  • “In Abrahams Wurstkessel” ( = noch nicht auf der Welt gewesen)

Während einige deutsche Redewendungen eindeutig biblischen Ursprungs sind, kann es bei anderen allerdings nicht auf den ersten Blick festgestellt werden.